1920

Heute fragen wir uns wie es nur soweit kommen konnte!

Ich will Dir erzählen, was damals geschah:

Ein fiktives Gespräch in nicht all zu ferner Zukunft

Im 20. Jahrhundert brachte uns die Wissenschaft bahnbrechende Erkenntnisse. Der technische Fortschritt eröffnete ungeahnte Möglichkeiten und beeinflusste mit großer Geschwindigkeit alle Bereiche des Lebens.

 

Am Ende des Jahrhunderts bevölkerten über 7 Milliarden Menschen die Erde.

 

Wachstum und Gewinnmaximierung wurden zum goldenen Kalb, das alle anbeteten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden die begrenzten Ressourcen der Erde rücksichtslos ausgebeutet und unser Ökosystem ungebremst mit Zivilisationsmüll überschüttet. Die großen Konzerne und Banken bestimmten, mal ganz offen, mal im Verborgenen die Entwicklung der Menschheit. Shareholdervalue, grenzenloses Wachstum und Gewinnmaximierung dienten dabei als Maßstab.

Irgendwann wurden erste Veränderungen sichtbar. Zuerst waren es nur einzelne extreme Wetterereignisse. Hier mal ein zu warmer Sommer oder zu schneereicher Winter. Da mal ein lokales Unwetter. Langsam aber stetig häuften sich diese Vorkommnisse.

 

Jetzt begann die Wissenschaft das Klimasystem unseres Planeten genauer zu erforschen. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse erarbeitete man Modelle, um Vorhersagen erstellen zu können. Doch schon nach kurzer Zeit zeigten die Beobachtungen der Welt, dass die Modelle zu optimistisch gerechnet wurden. Die Veränderungen kamen schneller und heftiger als berechnet. Und die Vorhersagen jedes neuen Modells wurden umgehend von der Realität überholt.

 

Doch nicht nur das Klima rebellierte. In vielen anderen Bereichen hatten die Menschen genauso rücksichtslos und kurzsichtig agiert. Da Alles mit Allem verbunden ist, begannen sich die einzelnen Probleme gegenseitig zu verstärken. Eine Lawine kam ins Rollen.

Die Mächtigen auf diesem Planeten hatten aber wenig Interesse an Veränderungen. Die Geschäfte liefen zu gut. Wachstum, Shareholdervalue und Gewinnmaximierung standen über dem Wohl des Planeten und der Menschheit.

 

Die Politik machte sich mit den Mächtigen gemein. Sie unterstützte die Kräfte, die wenig Interesse an Veränderungen hatten. Die Politik war nicht in der Lage die Probleme zu lösen.

 

Auch die großen Religionen waren Teil des Problems und nicht in der Lage einen Gegenpol zu bilden. Scheinbar hatten die religiösen Institutionen nur geringes Interesse daran, für den Erhalt der Schöpfung einzutreten.

 

Letztendlich haben wir Menschen aus Gier, Ignoranz, Egoismus, Dummheit, Verantwortungslosigkeit und Bequemlichkeit die Augen vor den Problemen und notwendigen Konsequenzen verschlossen. Wenn überhaupt, dann haben wir nur halbherzig, zu spät, inkonsequent und nicht nachhaltig gehandelt.

 

Doch es gab auch Menschen die die Dringlichkeit erkannten und entsprechend handelten. Der Widerstand der Bewahrer und auch das Desinteresse der stillen Mehrheit waren aber zu stark.

Die Situation spitzte sich immer weiter zu. Die Vorhersagen traten ein, die Polkappen schmolzen, die Meere stiegen an. Extreme Wetterphänomene wurden zur Normalität. Es kam zu den vorhergesagten Rückkopplungen. Die Korallenriffe starben. Riesige Gebiete versanken in den Fluten oder trockneten aus und wurden zu Wüsten.

Der Planet rebellierte.

 

Irgendwann ließen die Realitäten keinen Selbstbetrug und keine Ausflüchte mehr zu.
Die Einsicht jetzt zu Handeln kam aber zu spät.

 

Hunderte von Millionen Menschen verloren alles.

Hunderte von Millionen Menschen waren auf der Flucht.

Die Verteilungskämpfe eskalierten.

Unsere Zivilisation stand am Abgrund.

Die Verursacher sind schon lange tot, sie haben bequem und luxuriös den Schauplatz ihres Versagens verlassen. Sie haben ihren Kindern und den folgenden Generationen einen malträtierten Planeten übergeben.

 

Auch meine Generation wurde ungefragt in diese Welt geworfen und mit dem desaströsen Zustand unseres Planeten konfrontiert. Auch wir haben unsere Vorfahren verflucht.

 

Jetzt tritt meine Generation langsam ab und übergibt den Staffelstab. Damit stehst nun auch Du und Deine Generation vor einem Scherbenhaufen, großen Herausforderungen und einer unsicheren Zukunft. Auch Ihr werdet Eure Vorfahren verfluchen. Aber es wird Euch nichts nützen. Stellt Euch den Herausforderungen und tut alles dafür, dass die die Euch nachfolgen ein besseres Erbe antreten dürfen.

..... es gibt einen, der hat sich schon entschuldigt:

YouTube-Video Alexander Gerst

(Foto/Video: European Space Agency, ESA)

Foto: Jakub Gorajek

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YouTube-Video Alexander Gerst

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YouTube-Video Alexander Gerst

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YouTube-Video Alexander Gerst